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BUNDESWEHR: Übungsflug im Schneetreiben


Simulator für Hubschrauber NH 90 in Holzdorf in Betrieb genommen - von H.-Dieter Kunze, Märkische Allgemeine


Fotos: Artworxx



HOLZDORF - Ein Hightech-Flugsimulator für den neuen Mehrzweckhubschrauber NH 90 wurde jetzt am Luftwaffenstandort Holzdorf-Schönewalde übergeben. Der Simulator ist eine zusätzliche Variante neben der praktischen Schulung. Die Lufttransportgruppe Holzdorf ist der einzige Standort der Luftwaffe, an dem wohl ab 2011 NH 90 stationiert werden.

Sitzt man im Simulator, vermutet man nicht, in Holzdorf zu sein. Ein Hubschrauber startet von einem Kampfschiff, fliegt durch eine dichte Nebelwand – und plötzlich ist es Winter. Der NH 90 gerät in dichtes Schneetreiben, dann unter Raketenbeschuss. Szenarien, die ein Pilot durchaus erleben kann. Solche Situationen und viele andere meistern zu lernen, dazu dient ein Flugsimulator.

Ein eigenes Gebäude musste dafür errichtet werden. Darin steht der sogenannte Dom, eine zwölf Tonnen schwere Kapsel. Im Inneren ist das NH-90-Cockpit nachgestaltet. Über acht Projektoren werden computeranimierte Szenen auf die halbkreisförmige Wand geworfen. Fluggeräusche werden eingespielt, die Bewegungen bei der Landung oder einem rasanten Steigflug sind hautnah zu spüren. Das erledigen sechs Hochleistungs-Hydraulikzylinder, auf denen der Dom ruht. In rasantem Tempo können diese ihre Teleskope ein- oder ausfahren.

Herzstück des Simulators ist das Computerzentrum. Zwölf Hochleistungsrechner mit einer Anschlussleistung von zwei Megawatt liefern die gewünschte Software, je nach gewünschter Situation. Die wird vom Leitstand aus von zwei Computerexperten eingegeben. Insgesamt sind sieben Mitarbeiter in der Simulatoranlage beschäftigt.

Das 200-Millionen-Projekt mit vier Simulatoren an den Standorten Holzdorf, Bückeburg (zwei Stück) und Fassberg wird von der Bundeswehr geleast. Entwickelt und betreut wird es von der Helicopter Flight Training Services (HFTS), einem Konsortium von vier Unternehmen. Damit habe man einen neuen Weg bei der Zusammenarbeit zwischen zivilem und militärischem Sektor beschritten, sagten HFTS-Geschäftsführer Roland Hollensteiner und Oberst Siegfried Orth, Kommandeur und Chef des Stabes im Lufttransportkommando Münster.


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